Zur Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin,

Löschgruppe Meindorf

 

Die Geschichte unserer Löschgruppe beginnt im Jahre 1934.

Versetzen Sie sich gedanklich zurück in die „Feuerwehrtechnische Steinzeit". Umluftunabhängiger Atemschutz? Unbe­kannt.

Ein Fahrzeug mit eingebautem Wassertank und Feuerlösch-Kreiselpumpe? Höllenma­schine! Chemikalien- und Hitzeschutz-Anzüge?

Teufelswerk! Sämtliche uns heute zur Selbst­verständlichkeit gewordenen Gerätschaften und Hilfsmittel waren entweder nicht

vorhanden oder noch gänzlich unvorstellbar.

 

14.04.1934

Amtsbürgermeister Söntgen und Ortsbürgermeister Walterscheid luden am 14. April 1934 die ortsansässigen Männer zur

Gründung einer „Freiwilligen Feuerwehr Meindorf' ein.  An diesem Tage verpflichteten sich 25 Männer zum aktiven Dienst

und 21 Männer als inaktive Mitglieder in der neuen Wehr. Die aktiven Mitglieder wählten zum

a) Oberbrandmeister: Theodor Brauweiler,

b) Brandmeister: Jakob Schwarz,

c) Steigermeister: Theodor Bitz,

d) Löschmeister: Josef Bohlscheid.

Alle aktiven Mitglieder wurden mit Uniformen ausgestattet. Anfangs fehlten allerdings noch die zur Brandbekämpfung

notwendigen Geräte, deshalb übte man sich vorerst fleißig im For­maldienst. Nachdem Jakob Schneider erfolgreich die

Feuerwehrschule in Koblenz absolviert hatte, übernahm er die Ausbildung der Löschgruppe, aus der die heutige Feuerwehr Mein­dorf

der Form nach hervorging.

 

1937

Schon im Jahre 1937 konnte ein Feuerwehr-Tambourcorps gegründet werden, Tambour­meister war damals Peter Reuter

aus Beuel / Schwarz-Rheindorf.

 

1938

Das Jahr 1938 ist der Ursprung einer schönen Sitte innerhalb der Löschgruppe Meindorf. Frau Gisela Heister beschenkte alljährlich

bis zum Jahre 1974 bei einer Dorffeier als Niko­laus verkleidet die Kameraden der Wehr - der traditionelle Nikolausball entstand und

hat sich bis  in das Jahr 2006 gehalten..

In wohlgeformten Reimen wusste Frau Heister zur Freude und Belustigung aller Anwesenden jeden Feuerwehrmann persönlich in

recht hu­morvoller Weise zu loben, und wenn notwendig, auch lachenden Mundes zu tadeln. Anfangs wusste man wirklich noch nicht,

wer sich denn da hinter dieser Maske verborgen hatte. Doch nach einigen Recherchen kam man schließlich ihrer Identität auf die Spur.

Nachdem sie ihren Rücktritt von diesem Ehrenamt erklärt hatte, versuchten im Jahre 1975 Klaus Voll­berg und Dieter Ehlert in die

Rolle des Nikolaus und des Hans Muff zu schlüpfen, ein Jahr später Günter Wentzke und Hans-Peter Klein. 1977 wurde

Klemens Wilzopolski der neue „heilige Mann", seine Nachfolge trat 1990 Peter Klee an.   

Ab 1994 übernahm Martina Wilzopolski das Amt des Nikolauses anfangs mit Günter Wentzke später mit Heinz-Willi Schäfer

als Hans-Muff. 

 

Der Zweite Weltkrieg rechtfertigte die zunächst mit Skepsis aufgenommene Gründung der Meindorfer Wehr. Die Mehrzahl unserer

Gründungsmitglieder wurde zum Kriegsdienst in der Deutschen Wehrmacht einberufen,

viele von ihnen kehrten von den Schlachtfeldern Eu­ropas und Afrikas nicht mehr zurück.

Das vorgenannte Tambourcorps zerfiel und wurde nicht mehr ins Leben gerufen.

Mehr der Not gehorchend wurde gemäß dem vorherrschenden Zeitgeist unter der Dachor­ganisation der „Hitler-Jugend" eine

Jungfeuerwehr gegründet. Josef Heister übernahm die Ausbildung dieser Jungwehr, er besuchte im Jahre 1941 die Feuerwehrschule

in Koblenz und wurde 1958 zum Oberbrandmeister ernannt. Die auf dem ehemaligen Schulgebäude an der Kirche montierte Sirene

rief oft die Feuerwehrmänner zu ihrem Dienst, noch öfter aber auch die Bewohner Meindorfs zur Flucht in den Luftschutzkeller.

Wenn bei den Luftangriffen auf die nahe gelegenen Bahnanlagen und den damals kriegsbe­dingt wesentlich größeren

Flugplatz Hangelar (die heutige Meindorfer Straße in Menden wird im Volksmund nicht umsonst immer noch „die Rollbahn" genannt),

meist während der Nacht, Sprengbomben die Wohnhäuser niederlegten oder Brandbomben Wohnungen und Ställe auflodern ließen,

wenn Mensch und Tier in den zertrümmerten Gebäuden Hilfe brauchten, waren es die Männer der Meindorfer Feuerwehr,

die ohne Rücksicht auf ihre ei­gene Gesundheit körperlich ihr Äußerstes hergebend arbeiteten, bis die Gefahr beseitigt war.

Die Brandbekämpfung gestaltete sich denkbar schwierig.  An der „Kriste Kant" (heute: Ecke Am Weiher/Im Hofgarten,

ungefähr in Höhe des Geräteschuppens Kurscheid) befand sich mitten auf dem Platz ein winziges Spritzenhäuschen in der Größe

von cirka 35 Quadratme­tern. Es beherbergte eine Handkarre, Schläuche, Standrohr, Verteiler und Strahlrohre sowie

die notwendigsten Handwerkzeuge. Eine Pumpe existierte nicht, der Druck aus den vorhan­denen Wasserleitungen musste

zur Brandbekämpfung ausreichen. Ausgerückt wurde „auf Schusters Rappen", von daher war eine überörtliche Hilfeleistung

von Seiten der Löschgruppe Meindorf praktisch nicht möglich. Muskelkraft war gefragt. Im Einsatzfall erwiesen sich die

abgeworfenen Phosphor-Brandbomben für die Wehrleute als besonders tückisch. Eine wirksame Brandbekämpfung war damals

praktisch nur mit ausrei­chenden Mengen trockenen Sandes zu bewerkstelligen, eine ordnungsgemäße Entsorgung des belasteten

Erdreiches im heutigen Sinne technisch unmöglich.

Oft genug fing das Schuh­werk der eingesetzten Kräfte selbst Feuer.

 

1943

Die jungen Wehrleute bewährten sich besonders im Oktober des Jahres 1943,

als unser Dorf während eines Luftangriffs mit Brandbomben belegt wurde.

Noch während des Fliegeralarms wurden die Flammen im Anwesen des Peter Hupperich (heute: Ecke Bahn­hofstraße/Alter Kirchweg)

bekämpft. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses ließ der damalige Ortsbürgermeister Nieß noch während des Krieges im Garten

des Gutsbesitzers Brauweiler einen unterirdischen Wasser­bunker errichten.

Das Fassungsvermögen dieser Zisterne betrug 200.000 Liter, sie existiert heute nicht mehr und fristete ein fast vergessenes Dasein

an der Straßenkreuzung Liebfrauenstraße / Bahnhofstraße. Im Jahr 2006 wurde sie abgerissen, da an ihrer Stelle 2 Wohnhäuser

gebaut wurden. Beim Abriss der Zisterne konnte man sich davon überzeugen aus welch gutem Beton sie erbaut wurde,

denn auch nach mehr als 60 Jahren hatten die Abrissbagger sichtlich ihre Mühe, sie klein zu bekommen. 

Die Wasserentnahme konnte nur durch eine Motorspritze erfolgen. Die Zisterne war also zunächst nur für die auswärtigen,

besser ausgerüsteten Wehren gedacht.

 

1953

Deshalb veranlassten Bürgermeister Quadt und OBM Heister die Anschaffung einer gebrauchten Kraftspritze 8/8 Bachert von der

Firma Rhenag in Beuel, eine technische Revolution für die Löschgruppe Meindorf. Die Bedienung dieser Pumpe erforderte einige

körperliche Kräfte und technisches Geschick, sie wäre im heutigen Sinne völlig unmöglich und als unfallgefährdend einzustufen.

Der An­trieb erfolgte über einen Zweitakt-Motor der mittels einer Zugeinrichtung in Gang zu set­zen war. Jedoch nicht,

wie heute üblich, mit einem Seilzug, sondern mit einem einer Brech­stange vergleichbarem Werkzeug.

Diese Stange musste in einer Bewegung bis zum Anschlag durchgezogen werden. Reichte die Kraft dazu nicht aus oder erfolgte dies

aus sonstigen Gründen nicht, antwortete die Pumpe mit dem entsprechenden Stangen (Kurbel-) Rückschlag. Im für den Bediener

günstigsten Fall waren Prellungen die Folge, oft genug aber auch schlimmere Verletzungen. Nach längeren Stillstandszeiten musste

die Pumpe durch Kraftstoff-Direkteinspritzung in die Zylinder zum Anspringen „überredet" werden. Dies erfolgte mittels mehreren,

vom damali­gen Landarzt Dr. Wiersberg zur Verfügung gestellten ausgedienten Injektionsspritzen. Aus­reichende Mengen an

Kühlwasser waren für die Motorleistung genauso lebensnotwendig wie ausreichende Spritreserven. Die Bachert-Pumpe wurde

auch auf einen Anhänger montiert, dieser beförderte neben den vorgenannten Geräten jetzt zusätzlich die entsprechenden

Saugschläuche und -körbe.

Aus­gerückt wurde immer noch „zu Fuß". Manchmal wurde auch ein Traktor vorgespannt, ein alter Lanz Bulldog. Dieses lebendige

Stück Geschichte ist heute noch auf dem Hofe Brauwei­ler zu besichtigen und tuckert ab und an über die Felder und Wiesen Meindorfs.

Überörtliche Hilfe kam somit seitens der Löschgruppe Meindorf immerhin in den Bereich des Möglichen, die Mannschaft rückte dann

eben per Fahrrad oder Motorrad nach. Ein wei­teres, oft genutztes Transportmittel war ein Tempo-Dreirad, der „Firmenwagen" der

ehe­maligen Schreinerei Heister. Auf die Ladepritsche wurden im Bedarfsfall flugs Sitzbänke ge­stellt und „ab ging die Post" - dies soll

übrigens auch bei den Auswärts-spielen des FC Adler Meindorf so der Fall gewesen sein.

Man munkelt, dass die Bachert-Pumpe anläßlich einer Löschübung mit voller Absicht seitens der Mannschaft zu

Schrott gefahren wurde. Am nicht vorhandenen Kühlwasser soll es gele­gen haben.

Unsere TS 8, die im Kriege und seit ´53 bei uns ihre Pflicht getan hatte, wurde darauf hin außer Betrieb genommen.

Es wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, nachdem OBM Heister Rücksprache mit Amtsbrandmeister Richarz zwecks

Neuanschaffung einer Motorspritze hielt.

Als eines Abends der Vertreter Lüdike von der Firma Ziegler und Amtsbrandmeister Richarz eintrafen, wurden in aller Eile

Bürgermeister Johann Quadt, Gemeindevertreter Heinrich Pohlen verständigt. Wehrleiter Josef Heister und Stellvertreter Peter Pohlen

waren auch anwesend.

Man verhandelte über eine Neuanschaffung und Finanzierung einer Ziegler TS 8 mit VW- Motor.

Darüber wollen wir aber keine Worte verlieren. Noch am selben Abend wurde uns solches Gerät vorgeführt. Freudige Gesichter

eingetroffener Wehrkameraden, Gemeindevertreter sowie die Bevölkerung warteten auf das „Wasser-marsch“.

Alle konnten jetzt staunend und beruhigend feststellen, dass etwas Notwendiges angeschafft wurde.

Den aktiven Kameraden soll und muss es gelingen, sei es am Tag oder in der Nacht, mit der neuen Motorspritze

dem Feuer Herr zu werden.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Freiwillige Feuerwehr Meindorf zu dieser Neuanschaffung 1000 DM gestiftet hat.

Da uns von der Amtsverwaltung Menden die Gelder für unser 25-jähriges Stiftungsfest gekürzt wurden,

waren wir nicht in der Lage 1000 DM zu stiften. Der gesamt uns zugeteilte Betrag von 600 DM stellten wir aber doch wieder

zur Verfügung für unsere neue Motorspritze.

Mit dieser TS konnte erstmals der vorgeschriebene Wasserdruck in Höhe von 8 bar gefah­ren werden.

Leider stellte sich alsbald heraus, dass das vorhandene Schlauchmaterial dieser Belastung nicht standhielt.

An eine Neubeschaffung war jedoch nicht zu denken, und so musste man sich mit Segeltuchschlaufen notdürftig zur

Abdichtung der vorhandenen Lecks behelfen. Das Ergebnis war, dass die Mannschaft oft völlig durchnässt von einem

Einsatz heim­kehrte.

Diese Tragkraftspritze war und ist Eigentum der Löschgruppe Meindorf. Sie musste wegen der nachlassenden und nicht mehr

der Norm entsprechenden Wasserförderleistung erst im Jahre 1981 ausgemustert werden

(zeitgleich mit der Beschaffung des neuen LF 8). Die Pum­pe befindet sich nicht mehr im gebrauchsfähigen Zustand und fristet heute

ein einsames Da­sein und wird nur noch zum  Übungsdienst der Jugendfeuerwehr gelegentlich genutzt. 

 

1959

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen der Löschgruppe Meindorf am 15. und 16.08.1959 wurde der Grundstein

für ein neues Gerätehaus gelegt, es konnte im Jahre I960 eingeweiht werden.

Es war ein notwendiges Geschenk von der Gemeinde für die Kameraden, die in jahrelanger Pflichterfüllung, nach dem Wahlspruch

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, ihre Pflicht taten. Es war für die aktiven Kameraden eine besondere Freude, freiwillig die

Ausschachtungsarbeiten zu übernehmen. In einigen Abenden war es geschafft.

Dazu wurde auch dann und wann ein Glas Bier getrunken.

Der Grundriss entspricht im heutigen Gerätehaus an der Liebfrau­enstraße der Fahrzeughalle mit dem anschließenden

Sanitär-Trakt Das alte Spritzenhaus wurde dem Erdboden gleichgemacht.

 

1962

Aus­gerückt wurde immer noch „zu Fuß".

Als dann der Nikolaus bekannt gab, dass unser neues Gerätefahrzeug abgeholt werden könne, war bei uns allen die Freude groß.

Nach langer banger Wartezeit vom 26.02.62 (Gemeinderatssitzung, Besprechung über ein neues Fahrzeug) konnten wir

am 03.12.62 bei Familie Maier Haagen erstes Gerätefahrzeug FK 1250 abholen. Es hatte bei der Finanzierung und auch bei

der Bestellung einige Schwierigkeiten gegeben, umso schneller sollte die Einweihung stattfinden. Amtsdirektor Minz hatte uns für

diese Angelegenheit 150 DM zugesagt. Am 09.12. wurde die Einweihung von Pater Brückmann vorgenommen.

Sämtliche Löschzüge des Amtes mit ihren Fahrzeugen kamen von Hangelar in einer Sternfahrt nach Meindorf,

um der Feier beizuwohnen. Anwesende Gäste waren:

Amtsbrandmeister Richarz, Amtsdirektor Minz, stellv. Kreisbrandmeister Wilhelms (Wahlscheid), stellv. Bürgermeister Schenkelberg.

Pater Brückmann sagte, dass er sich besonders freue ein Fahrzeug weihen zu dürfen, was bei Not und Gefahr den

beherzten Feuerwehrmännern eine Hilfe sein sollte. Er könne sich vorstellen, dass es nicht immer leicht sein werde,

aber wir führen ja mit Gottes Segen.

Amtsdirektor Minz und auch stellv. Kreisbrandmeister Wilhelms beglückwünschten uns zu dem neuen Fahrzeug und betonten,

dass dieses Fahrzeug bei der Freiwilligen Feuerwehr Meindorf in guten Händen sei.

Ein besonderer Wunsch sei, dass dieses Fahrzeug nicht so oft bei Gefahr zum Einsatz kommen sollte.

Paul Schenkelberg übergab nun dem Wehrleiter die Schlüssel des Fahrzeugs und eine Plakette vom Heiligen Christophorus

mit den besten Wünschen für die Zukunft. Anschließend ging es ins Gerätehaus, das zu diesem Zweck ausgeräumt war.

Dort dampfte eine gute Erbsensuppe auf den Tischen, von unseren Frauen und Bräuten, die hier nicht fehlten,

teils zubereitet und ausgetragen.

Durch einen Wasserrohrbruch in der Hofgartenstraße wurden wir am 16.12. alarmiert. Unser neues Fahrzeug kam zum ersten Einsatz.

Es wurden mehrere Straßensenken ausgepumpt.

 

1963

Erst nach und nach wurde das Fahrzeug auch mit dem notwendigen Geräten bestückt,

so dass man eigentlich erst Anfang des Jahres 1963 von einer einsatzfähigen Löschgruppe im heutigen Sinne sprechen konnte.

Die unmittelbar folgende Bewährungsprobe hat die Löschgruppe Meindorf mit Auszeich­nung bestanden,

als  -bedingt durch den äußerst strengen Winter (10-18 Grad Minus) -  in verschiedenen Straßen unseres Ortes die Wasserleitungen

eingefroren waren und viele Haushalte ohne Wasser auskommen mussten.

Am 21. 01. entschlossen wir uns diesem Übel entgegen zu treten. Einige Landwirte stellten uns ihre Milchkannen zur Verfügung,

die wir in unser Fahrzeug stellten. Somit war der Transport schon gesichert. In den ersten Tagen zapften wir das Wasser,

ca. 1200-1500 Liter, im Gerätehaus.

Einige Tage später aber, als es am Akazienweg, Am Weiher, Schildhofstraße, Bergerstraße, Im Winkel, kein Wasser gab,

verdoppelte sich die gefahrene Literzahl. Wir mussten uns was einfallen lassen, dass es noch schneller wie bisher ging.

Man zapfte an dem gesetzten Standrohr. Auf dem Schlitten wo sonst die Motorspritze steht, machten wir ein Holzgestell,

somit konnten wir auch diesen Raum für die Milchkannen benutzen. Durch diese Maßnahmen waren wir in der Lage den täglichen

Wasserbedarf bei den Betroffenen zu decken.

 In der Zeit vom 22.01. bis 18.03. fuhren wir ca. 200.000 Liter Wasser in 1117 Einsatzstunden. Nach und nach wurden die Leitungen

wieder frei. Wir mussten es aber auch einstellen, denn die Milchkannen standen uns nicht mehr länger zur Verfügung.

 

1965

Der Januar war mit 2 Einsätzen und 3 mal Dienst ein guter Anfang für ´65.

Dem folgten über das Jahr ´65 verteilt noch weitere 5 Einsätze, die sich auf Auspumpen der Gemeindesenken,

sowie Keller und Baugrundstücke beschränkten. Die Hauptarbeit aber machte uns die Müllkippe des Amtes Menden.

Dort wurden wir in den Sommermonaten 5 mal eingesetzt. Die stundenlange Arbeit wurde noch erschwert durch den beißenden

und übel riechenden Qualm. Manchmal lösten sich die Wehren des Amtes ab, weil das oft über mehrere Stunden hinausging.

Nach einem festgelegten Dienstplan hatten wir 27 mal Dienst oder sonstige Zusammenkünfte.

Im Winter wurde der Dienst im Gerätehaus abgehalten, mit Unterricht, Gerätepflege oder Arbeitsdienst.

Was in den Wintermonaten an dem Planspiel geübt oder gelernt wurde, wurde in den Sommermonaten mit unserer TS 8 und

anderen Geräten an der Sieg oder an anderen Wasserentnahmestellen praktisch vorgeführt und geübt.

Es ist schon zur Tradition geworden, dass wir am Anfang des Jahres eine Einladung von Niederpleis erhalten zu ihrem

Familienball in der Schützenhalle.

Am 12. und 13.06. wurde das Amtsverbandsfest in Siegburg- Mülldorf abgehalten, dort waren sämtliche Wehren im Einsatz.

Brandobjekt: ein Gutshof und eine in der Nähe gelegene Tankstelle. Wir übernahmen dort die Sicherung der Tankstelle.

Schnell wurde unsere TS 8 an ein Schwimmbecken herangetragen, Saug- und Druckleitung verlegt und in kurzer Zeit konnten

wir schon Wasser geben. Damit war unser Auftrag erledigt. Kreisbrandmeister Wilhems war sehr stolz auf die Leistungen

unserer Amtswehr. Nach der Übung verlebten wir noch gemeinsam einige vergnügte Stunden bei Musik und Tanz im Festzelt.

Wie alljährlich beteiligten wir uns am Martinszug, sorgten für Ordnung auf der Straße sowie im Saale, wo der Sankt Martin auch

einige Worte sprach und die Stuten verteilte.

 

Am Volkstrauertag gingen wir mit den Ortsvereinen zum Friedhof , um dort unserer Gefallenen und Toten zu gedenken.

Am 27.11. hielten wir wieder unser Nikolausfest ab. Der Nikolaus holte wieder jeden zu sich und es gab wieder Lob und Tadel.

Aber er hatte auch für jeden eine schöne Tüte voll. Mit den Kameraden der Amtswehr verlebten wir noch einige vergnügte Stunden

im Saale Ziem.

Durch verschiedene Veranstaltungen, die uns zum Teil verpflichteten, wurde der gemütliche Abend immer wieder verschoben.

Wir konnten uns aber doch mit unserem inaktiven Mitglied Bernhard Kuhl auf den Silvester festlegen. Wir wurden uns auch schnell

einig darüber, dass er für die Getränke sorgen wollte. Für das leibliche Wohl sollten wir uns selbst was einfallen lassen.

Kurzerhand wurde beschlossen ein Schwein zu kaufen, zu schlachten und an den Mann zu bringen.

Der Wirt stellte seine Küche zur Verfügung. Einige Frauen von den Aktiven übernahmen den Küchendienst.

Am Ende konnte dann ein sehr gutes Essen ausgegeben werden für die aktiven und inaktiven Mitglieder.

Nachdem alle satt geworden waren, tanzten wir mit der Kapelle Fischer in das neue Jahr. Ich glaube im Namen aller sagen zu können,

dass es allen sehr gut gefallen hat und ein guter Abschluß war für das Jahr ´65.


1966

Für uns Meindorfer Wehrkameraden stand das diesjährige Amtsfeuerwehrfest auf dem Programm. Es war unser aller Wunsch,

es in würdiger Weise abzuhalten und zu diesem Tage eine Fahne unser Eigen nennen zu können.

OBM Heister und einigen Kameraden ist es gelungen, dass aller Wunsch in Erfüllung ging.

Durch eine Mitgliederversammlung und einen tiefen Griff in die Kasse, konnte eine Fahne gekauft werden.

Sie zeigt auf der Vorderseite den Schutzpatron der Feuerwehrmänner und -frauen, den heiligen Florian, auf der Rückseite

einen Wahlspruch, der in der heutigen Zeit immer mehr in Vergessenheit zu geraten scheint: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut."

Amtsfeuerwehrfest in Meindorf :

8.30 Uhr Kirchgang mit den Ortsvereinen, Fahnenweihe durch Kaplan Mohnen, Gang zum Friedhof mit Kranzniederlegung,

anschließend Frühschoppen bei unseren Mitgliedern Kuhl und Ziem.

 

1967

Unser Bürgermeister Rolf Demmer äußerte den Wunsch, dass wir durch das größer werden des Rosenmontagszuges in Meindorf,

die Führung sowie die Aufsicht übernehmen sollten.


1968

Am 24.01. konnten wir durch das inaktive Mitglied Hüser (Feuerverhütungsingenieur) von der Freiwilligen Feuerwehr

Rodenkirchen ein LF 8 erwerben, der uns als Zweitwagen dienen soll, um auch die Schmutzwasserpumpe mitnehmen zu können

sowie die schweren Atemschutzgeräte. Leider hat es aber in der Gemeinde darüber noch keine endgültige Entscheidung gegeben.

Wir kamen auch den Wünschen unseres Bürgermeisters nach, uns wieder am Fastnachtszug zu beteiligen.

Sonntags morgens wurden mehrere Dorfbewohner verhaftet und verurteilt.

Da wir in einer Feldküche eine gute Erbsensuppe essen konnten, wurde an zu Hause kaum gedacht. Fastnachtsmontag

übernahmen wir die Zugleitung und allgemeine Zugordnung.

Für das Weinfest des MGV wurde eine Brandwache gestellt.


1969

Durch die Neuordnung im Amte Menden (Großgemeinde), musste ein neuer Gemeindebrandmeister gewählt werden.

Eindeutig wurde HBM Egedius Nelles für diesen Posten wieder gewählt. Sein Stellvertreter wurde OBM Hans Krämer aus Buisdorf.

Der Löschzug Holzlar kam nach Bonn. So verblieben in der neuen Gemeinde Sankt Augustin

6 Löschgruppen, die zu 3 Löschzügen zusammen arbeiten.

Als Löschzug 1 Hangelar – Mülldorf, Löschzug 2 Menden – Meindorf, Löschgruppen Niederpleis und Buisdorf als Löschzug 3.

Durch eine Werbung der Festschrift („Jugend in der Feuerwehr“), an der unser ehemaliger

Gemeinde­brandmeister Egidius Nelles maßgebend beteiligt war, gelang es uns in Meindorf eine Jugendfeuerwehr von

10 Jugendlichen im Alter von 14 – 18 Jahren aufzustellen

An einem für Meindorf zugeteilten Brandmeisterlehrgang in Münster konnte der Stellvertreter Peter Pohlen wegen schwerer

Erkrankung nicht teilnehmen, so dass OFM Willi Brambach nach Münster zum Lehrgang fuhr.  Er wurde damit beauftragt,

um die Jugendfeuerwehr zu übernehmen und auszubilden.

Erster Jugendwart wurde BM Dieter Ehlert, sein Nachfolger UBM Georg Meyer. Die Jugendfeuerwehr Meindorf feiert also

im eigentlichen Sinne ihren vierzigsten Geburtstag.

1989 wurde sie von Jugendwart Uwe Karp und seinem damaligen Stellvertreter Peter Klee nach längerer Pause neu ins Leben gerufen.

1994 übernahm Heinz-Willi Pohlen die Jugendfeuerwehr. 1996 wurde sie an Ferdi Kratz, der bis heute noch Jugendwart ist,

weitergegeben. Wir sind stolz auf die gut ausgebildete und schlagkräftige Truppe von 25 Jfw - Männern und  -frauen.

 

1975

Im Jahre 1975 wurde OBM Josef Heister aus Altersgründen aus dem aktiven Feuerwehr­dienst verabschiedet.

Gleichzeitig wurde er zum Ehren-Oberbrandmeister ernannt.

Josef Heister verstarb, für uns alle plötzlich und vollkommen unerwartet, am 14.03.1984. Der Name Heister ist im Bewußtsein

der Meindorfer Bevölkerung wohl unausweichlich mit dem Begriff Freiwillige Feuerwehr verbunden. Er hat für „seine" Löschgruppe

in fachlicher Hin­sicht viele, für die Feuerwehr Meindorf richtungsweisende Dinge erreicht. An dieser Stelle sei ihm für seinen

jahrzehntelangen, aufopferungsvollen Dienst als Löschgruppenführer ge­dankt. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.


1977

Als Nachfolger von OBM Heister wurde BM Klaus Vollberg gewählt und bestätigt.

Bedingt durch seinen Wechsel zur Berufsfeuerwehr Bonn übernahm im Mai 1977 UBM Peter Pohlen die Führung der

Löschgruppe Meindorf, gleichzeitig wurde BM Dieter Ehlert zu seinem Stellvertreter ernannt.

 

1979

Im Jahre 1979 übernahm die Löschgruppe Meindorf von der Löschgruppe Buisdorf ein LF 8, den legendären Opel Blitz.

Spitzengeschwindigkeiten von über 100 km/h sind verbürgt. Die­ses Fahrzeug hatte bereits in Buisdorf lange Jahre seinen Dienst getan,

doch für Meindorf wurde durch diese Fahrzeugübernahme ein weiterer wesentlicher Schritt vollzogen:

Der Umstieg auf ein Löschgruppenfahrzeug.

 

1980

Durch die gestiegene Zahl der Wehrmänner und auch der Jugendfeuerwehr wurde eine Er­weiterung des Gerätehauses dringend

erforderlich. Der An- und Umbau wurde im Septem­ber 1980 begonnen.

 

1981

Das Gerätehaus konnte mit dem 4. Stadtfeuerwehrtag der Stadt Sankt Augustin am 13.06.1981 wieder seiner Bestimmung

übergeben werden.

Für die Kameraden, die in jahrelanger Pflichterfüllung, nach dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“, ihre Pflicht taten,

war es wieder eine besondere Freude, freiwillig die Umbaumassnahmen zu übernehmen. Nach langen Monaten war es geschafft. Dazu

wurde auch dann und wann ein Glas Bier getrunken wie bei den

Ausschachtungsarbeiten im Jahre 1962.

Für das Ende des Jahres 1981 wurde uns ein neues Löschgruppenfahrzeug seitens der Stadt Sankt Augustin bewilligt.

 

1983

Am 01.04.1983 konnten wir schließlich das LF 8 Bauart Magirus-Deutz lveco aus Ulm abholen und nach der Einweihung mit einem

„Tag der offenen Tür" in Dienst stellen. Bei der gleichzeitigen Ausmusterung des Opel Blitz sollen manche seiner Vorbenutzer

klammheimlich eine Träne im Augenwinkel zerdrückt haben.

UBM Peter Pohlen wird aus Altersgründen aus dem aktiven Feuer­wehrdienst verabschiedet, zum Ehren-Brandmeister ernannt

und in die Alters- und Ehrenab­teilung übernommen.

Die Führung der Löschgruppe wurde OBM Günther Wentzke und OBM Klemens Wilzopolski als seinem Stellvertreter übertragen.

Peter Pohlen verstarb nach schwerer Krankheit am 19.04.1987. Auch ihm widmen wir an dieser Stelle ein ehrendes Gedenken.

Er hat in einer schwierigen Zeit unter großem persön­lichen Einsatz die Verantwortung für unsere Löschgruppe übernommen.

In den sechs Jahren unter seiner Führung geriet vieles in Bewegung. Sein Rückhalt innerhalb der Mannschaft konnte dennoch

ehrlicherweise nicht gerade als überwältigend bezeichnet werden und der lange Schatten seines Vorgängers Josef Heister war noch

allgegenwärtig zu spüren. Unter dem mehr väterlichen Führungsstil von Peter Pohlen zeichnete sich innerhalb der Lösch­gruppe

Meindorf unaufhaltsam ein Generationswechsel ab.

 

1984

Vom 22. bis 26. Juni 1984 beging die Löschgruppe Meindorf mit großem Aufwand ihr 50-jähriges Bestehen.

Anläßlich dieses Festes wurden die beiden vorgenannten Kameraden offiziell in ihren Ämtern bestätigt.

Die Feierlichkeiten begannen am 22.06.1984 mit einem Festkommers in der Mehrzweckhalle.

Unter Federführung der Löschgruppe Meindorf wurde auf dem Gelände der Druckerei Schallowetz eine große Einsatz-Alarmübung

gefahren. Es beteiligten sich alle Feuerwehren der Stadt Sankt Augustin. Auf dem eigentlichen Festgelände am Sportplatz Meindorf

fand unter der Regie des Techni­schen Hilfswerks ein Brückenschlag über die Sieg statt. Dies ist aus Gründen des Natur­schutzes

heute leider nicht mehr möglich. Fahrzeug- und Geräteschauen der Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreises, der Stadt Bonn und der

Rheinischen Olefin-Werke Wesseling, des Malteser-Hilfsdienstes, des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerkes,

des Bundesverbandes für den Selbstschutz, des Bundesgrenzschutzes sowie der Rettungshub­schrauber des Malteser-Hilfsdienstes,

sorgten für eine umfassende Information der Bevölke­rung. Eine solche Konzentration von Feuerwehr- und sonstigen

Einsatzfahrzeugen sowie des tech­nischen Zubehörs und sonstiger Hilfsgeräte anlässlich eines Stiftungsfestes einer

kleinen Frei­willigen Feuerwehr hat es im Rhein-Sieg-Kreis, wenn nicht in ganz Nordrhein-Westfalen, noch nicht gegeben und wird

wohl auch auf absehbare Zukunft nicht mehr wieder stattfinden können. Der rege Zuspruch der Bevölkerung sowie die Mitwirkung

unserer Ortsvereine lassen diese Veranstaltung bis heute unvergessen bleiben.

 

1990

OBM Klemens Wilzopolski übernimmt 1990 von OBM Günther Wentzke die Führung der Löschgruppe Meindorf. Stellvertretender

Löschgruppenführer wurde UBM Detlef Marth. Nach dessen Rücktritt wurde UBM Herbert Contzen gewählt.

  

1993

Um die Schlagkraft und den Einsatzwert der Löschgruppe noch zu erhöhen, wurde am

13.09.1993 das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 MAN-Ziegler an­geschafft und in Dienst gestellt. Somit verfügt Meindorf erstmals

über ein Fahrzeug, welches 600 Liter Wasser mit sich führt - in Punkto Schnelligkeit und Zeitersparnis im Einsatzfall ein

unschätzbarer Vorteil. Feuertaufe für das LF 8/6 waren die Jahrhunderthochwasser

Dezember 1993 und Januar 1995.  

 

1994 - 2007

BM Uwe Karp wurde als zweiter Stellvertreter durch die Löschgruppe gewählt.

Nachdem Herbert Contzen 1996 sein Amt als Stellvertreter niederlegte,

übernahmen bis 31.12.2007 Klemens Wilzopolski und Uwe Karp die Löschgruppenführung.

 Klemens Wilzopolski legte sein Amt als Löschgruppenführer aus beruflichen Gründen zum 31.12.07 nieder.

Eine neue Führung wurde gewählt:

HBM Uwe Karp als Löschgruppenführer sowie BM Martin Bechtel und UBM Klaus Hauptmann als stellvertretende Löschgruppenführer.

 

2008

 Offiziell wurden sie am 24.02.2008 anlässlich der Fahrzeugeinsegnung des neuen Mannschaftstransportfahrzeug in ihr Amt bestellt.

Ziel der neuen Löschgruppenführung ist es, die Löschgruppe Mein­dorf in ihrem Bestand zu sichern und sie den zu erwartenden

Aufgabenstellungen  in Zukunft vorzubereiten. Die ersten Schritte hierzu sind getan. Durch ständige Schulungen und Lehrgänge

wird der Ausbildungsstand der Meindorfer Feuerwehrmänner und -frauen den heutigen Anforderungen in den Fachgebieten

Menschenrettung, Brandbekämpfung und tech­nische Hilfeleistung fortwährend angepasst. 

Unbestritten ist, dass das vorhandene Gerätehaus in Ausstattung und Sicherheit nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entspricht.

Die finanziellen Mittel für eine gründliche Renovierung oder einen eventuell notwendigen Neubau sind seitens der Stadtverwaltung

bereit­gestellt, fraglich ist nur noch der Zeitpunkt und das Ausmaß der endgültigen Bauausführung.

Unbestritten war, dass das vorhandene Gereätehaus in Ausstattung und Größe nicht mehr ausreichte, so wurde von 1995 bis 1996

angebaut, umbebaut und draufgebaut. Dieses Mal wurde der Innenausbau von der Löschgruppe selbst finanziert und in Eigenleistung,

wie in den Jahren zuvor, umgesetzt. Sogar die Zeichnungen für die Raumaufteilung wurden von der LG selbst gefertigt.

Nachdem die Löschgruppe Meindorf mittlerweile auf 33 Aktive Feuerwehrmänner / Frauen  sowie auf  25 Jugendfeuerwehrmänner /

Frauen angewachsen ist, steht in den kommenden Jahren eine weitere Vergrößerung des Gebäudes an, dem Brandschutzbedarfplan

entsprechend. Gemäß der Studie Feuerwehr von Stadtbrandmeister Fritz Feld, aus dem Jahre 1990 soll die Löschgruppe Meindorf - neben dem jetzt

bereits vorhandenen „Wasserfahrzeug" - ein zweites Einsatzfahrzeug übernehmen.

Fritz Feld verstarb nach schwerer Krankheit am 11.Juni.2008 im Alter von 69 Jahren. Auch ihm Gedenken wir an dieser Stelle.

1998 übernahmen wir von der LG Niederpleis das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF)

Baujahr 1988. Somit war die LG Meindorf erstmals mit zwei Fahrzeugen ausgerüstet,

bis 2008 war es im Einsatz bei der LG-Meindorf.

Nach 20 Dienstjahren wurde das TSF bei der Löschgruppe Meindorf außer Betrieb genommen. Als Schenkung ist das Fahrzeug von

Günter und Thorsten Wentzke nach Griechenland überführt, wo es jetzt eine neue Aufgabe hat. Dort wird es zur

Waldbrandbekämpfung eingesetzt. (Böse Zungen behaupten, wir hätten dieses Fahrzeug so weit weggebracht um sicher zu sein,

dass es nicht wieder kommt, dem ist aber nicht so.) Das TSF hat der LG Meindorf und zur Ausbildung der Jugendfeuerwehr immer

gute Dienste geleistet.

Als Ersatz für das TSF erhielt die Löschgruppe ein neues MTF, welches im Februar 2008 in Dienst gestellt wurde.

 

2011

Im Jahr 2011 wurde unsere Fahrzeughalle im Gerätehaus umgebaut und für unser neues HLF angepasst. Im Zuge der

Umbaumaßnahmen wurden auch die Sanitären Anlagen für „Männlein“ und „Fräulein“ saniert und erneuert.

Im Juni 2012 wurde unser Gerätehaus neu eingesegnet und in Betrieb genommen.

Während der Baumaßnahme konnten wir gottlob unsere Fahrzeuge beim Kameraden Franz-August Dahlhausen unterstellen.

Hierfür nochmals unser Dank.

Nach der wieder Inbetriebnahme des Feuerwehrgerätehauses kann nun das neue Löschfahrzeug kommen.

Im Mai 2012 flogen Uwe Karp, Klaus Hauptmann, Martin Bechtel und StBI Dirk Engstenberg nach Berlin, bzw. nach Luckenwalde zum Feuerwehraufbauhersteller Rosenbauer. Hier wurde in einer stundenlanger Sitzung über den Aufbau und der Ausstattung

zwischen Fa. Rosenbauer und Feuerwehr verhandelt wie das neue Fahrzeug werden und aussehen soll. Im Januar 2013 dann

die Rohbauabnahme des Fahrzeuges in Luckenwalde. Der erste Eindruck vom neuen Fahrzeug war mehr als wir uns erdacht hatten.

Es war beeindruckend. 

Trotzdem mussten noch kleine Änderungen vorgenommen werden bis wir unser neues „Auto“ dann endlich am 19. Februar 2013

abholen konnten.

3 Tage waren wir, Peter, Klaus, Martin, Bernd , Uwe und Dirk in Luckenwalde und

wurden am Fahrzeug als Multiplikatoren eingewiesen und ausgebildet.

Technik sei dank.

Nicht nur jede Menge Elektronik sondern auch die moderne Pumpensteuerung und die Schaumzumischanlage mussten verinnerlicht

werden.

Am 19 Februar 2013 um 19:45 dann die Ankunft des neuen Löschfahrzeuges LF 10 in Meindorf.

Erwartet wurden wir von sehr vielen neugierigen Bürgern und Feuerwehrmännern (SB). Im März die Einsegnung.

Ein Verkehrsunfall an der L16 in Meindorf am 30 März 2013 mit zwei Verletzten gab den Anlass, aus unserem LF 10 ein HLF 10 zu machen.

Nach einer einwöchigen Umbauphase in Niederkrüchten wurde ein Rettungssatz bestehend aus hydraulischen Spreizer, Schere,

Pedalschneider und Rettungszylinder nachgerüstet.  Seit dem wird im Standort Meindorf vermehrt in der technischen Hilfeleistung ausgebildet,

denn mit dem HLF 10 sind wir nicht nur für die kleine technische Hilfeleistung zuständig sondern nun auch für größere und

schwerwiegendere Fälle.  Das Aufgabengebiet der Löschgruppe hat sich somit erweitert.     

 

Unsere Aufgabenstellung innerhalb der Stadt Sankt Augustin lautet bei größeren Einsätzen auf Wasserversorgung der übrigen

Löschgruppen, Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung, wie z.B. Türöffnung und Personbefreiung aus defekten Aufzügen

oder verunfallten PKW´s, ferner bilden wir zusammen mit dem LZ Menden eine Einheit für überörtliche Hilfelistung.

(Einsätze in Hennef, Eitorf und Lohmar waren hier keine Seltenheit)

 

Beim Weihnachts-Jahrhundert-Hochwasser 1993 konnte die Feuerwehr Meindorf eine homogene und für die Belange ihrer Mitbürger

allzeit ein­satzbereite Truppe unter Beweis stellen.

Meindorf selbst ist bislang von größeren Schadensereignissen verschont geblieben, doch die Gefahr rollt täglich auf der Autobahn

sowie auf dem Schienenweg an uns vorbei. Die Beispiele Zürich oder Herborn beweisen uns,

was beim heutigen Gefahrgut-Aufkommen alles möglich ist.

Ein Unglücksfall kann überall zu jeder Zeit geschehen und ganz kurzfristig jedes nur denkba­re Ausmaß annehmen.

Es ist beruhigend zu wissen, dass unter der Rufnummer 112 zu jeder Tages- und Nachtzeit von den freiwilligen Feuerwehrmännern

und -frauen umgehend Hilfe zu erwarten ist, ganz gleich ob aus Meindorf, aus der ganzen Stadt Sankt Augustin oder aus den

umliegenden Nachbargemeinden. Wir stehen mit Überzeugung zu unserem Slogan „Retten-Löschen-Bergen-Schützen" - und das ist

heutzutage beileibe keine Selbstverständ­lichkeit mehr.

Manches an unserer heutigen Situation innerhalb und außerhalb unse­res Dorfes ist sicherlich aus der Historie der Löschgruppe

sowie der Randlage des Ortsteils Meindorf gewachsen und für den Einzelnen so nachzuvollziehen.

 

Die Geschichte der Löschgruppe Meindorf ist um eine ehrliche Darstellungsweise aus den unterschiedlichsten mündlichen Quellen

bemüht, sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Schriftliche Aufzeichnungen existieren leider nur zum Teil, so dass wir für die

eine oder andere Anregung sei­tens unserer älteren Mitglieder oder der Dorfgemeinschaft jederzeit ein offenes Ohr haben.

 

Wir gedenken unserer Verstorbenen und ziehen aus ihrem Wirken die Verpflichtung, die Löschgruppe Meindorf in ihrem Fortbestand

zu sichern.

 

Zum Schluß sei allen aktiven und in­aktiven Mitgliedern, Partner unserer Feuerwehrfrauen und –männern, Freunden und Gönnern,

der Freiwilligen Feuerwehr Meindorf auf das Herzlichste gedankt. Die in guten und in schlechten Zeiten ihrer Feuerwehr die

Treue hiel­ten, sich für ihre Ziele einsetzten und somit letzt endlich auch die zukünftige Existenz der Löschgruppe Meindorf garantieren.

 

 

Immer sei unser Wahlspruch:

 

                                                      „Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr!"


Jahrhunderthochwasser Dezember 1993 / Am Weiher

Gruppenfotos der LG Meindorf